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Emoji: Das Gesicht des Internets

Emoji
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Fast jeder kennt es und benutzt es jeden Tag: Das Emoji. Es handelt sich dabei natürlich nicht nur um ein einziges Symbol. Mittlerweile gibt es fast 2.000 verschiedene offizielle Bildchen, die uns bei WhatsApp, Facebook, Twitter, im Browser und an vielen anderen Orten im Internet begegnen. Wir klären Dich über die Geschichte des Emoji auf, zeigen Dir häufig missverstandene Gesichter und verraten, welches Emoji in welchem Land besonders oft Verwendung findet.

SMS, E-Mails und Messenger-Nachrichten mit korrekter Grammatik, Zeichensetzung und ohne Emoji kommen heutzutage fast nur noch im seriösen Schriftverkehr vor. Wer schnell eine WhatsApp-Nachricht an Freunde und Familie verschickt, bedient sich meist der riesigen Vielfalt bunter Smileys – vor allem Mütter scheinen gerne ein Emoji ans nächste zu reihen, um die richtige Stimmung zu vermitteln. Doch wo kommen die kleinen Bildchen eigentlich her?

Die Geschichte des Emoji

Das Wort „Emoji“ ist japanisch und bedeutet „Bildschriftzeichen“. Auch das Wort Emoticon, das sich aus den Wörtern Emotion und Icon zusammensetzt, ist weit verbreitet für die bunten Symbole. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen beiden Begriffen. Ein Emoticon im eigentlichen Sinne meint nur mit ASCII-Zeichen geschriebene Gesichter, wie „:-)“ und „:-(„. ASCII steht für „American Standard Code for Information Interchange“ und beinhaltet nur das englische Alphabet, inklusive weniger Sonderzeichen. Unter den Begriff Emoji fallen alle farbenfrohen Icons, die Du bei WhatsApp und Co findest, wie Herzen, Blumen, Flaggen, Gesichter, Tiere und mehr.

Schon gewusst? Das Wort Smiley wird zwar synonym für Emoticon und Emoji verwendet, meint genau genommen aber nur lachende Gesichter.

Emoticons gab es in ihrer Urform bereits in frühen Jahrhunderten, der Durchbruch gelang den Zeichen allerdings erst in den 1980er Jahren, als der Informatikprofessor Scott E. Fahlmann die Verwendung von „:-)“ und „:-(“ vorschlug, um lustige von ernst gemeinten Kommentaren abzugrenzen. Die ersten digitalen Emojis wurden gegen Ende der 1990er Jahre erstellt, obwohl Anime- und Manga-Fans die Symbole schon früher kennengelernt haben dürften, denn die Bilder tauchen in sehr ähnlicher Form in den japanischen Comics auf, um Emotionen von Figuren deutlicher zu machen.

Auch, wenn ein Emoji im seriösen Schriftverkehr als verpönt gilt, lässt sich nicht mehr von der Hand weisen, dass die lustigen Symbole einen hohen Stellenwert im Alltag eingenommen haben. 2014 wurde das erste Buch veröffentlicht, das ausschließlich Emojis enthält und 2015 wählte die Oxford University Press das Emoji „Face with tears of joy“ (😂) zum Wort des Jahres.

Das Aussehen und der digitale Code eines Emojis werden über Unicode festgelegt, einem internationalen Standard, der für die Umsetzung von Schriftzeichen und Zeichensystemen verantwortlich ist.

Das ist das beliebteste Emoji in Deutschland

Jeden Tag werden unzählbar viele Emojis verschickt, doch welches ist eigentlich das meistgenutzte? Die Frage lässt sich nur teilweise konkret beantworten. Auf der Webseite Emojitracker werden alle Emojis gezählt, die über Twitter genutzt werden. Dort ist „Face with tears of joy“, das Lachtränen-Emoji, das mit Abstand am meisten verschickte weltweit. Gefolgt vom Herz- und Recycling-Symbol.

Emoji Herz
Französische Nutzer verwenden überdurchschnittlich oft das Herz-Symbol.

Forscher haben 2015 in einer Studie die Nutzung aller Emojis weltweit verfolgt und nach Ländern aufgeschlüsselt. In allen untersuchten Staaten steht ein lachender Smiley an erster Stelle. Außer in Frankreich, dort wird das Herz mit Abstand am häufigsten verschickt. Im internationalen Vergleich verschicken deutsche User häufiger die graue Maus als Nutzer anderer Länder. Symbole, die in Deutschland fast gar nicht zum Einsatz kommen sind solche, die mit Gewalt assoziiert werden, Fast-Food, Geld, Technik, traurige Gesichter und Babys. Russische Nutzer bedienen sich deutlich häufiger romantischer Symbole, Italiener nutzen die Banane vergleichsweise oft, Konversationen in Australien sind häufiger mit Fast-Food-Symbolen bestückt als in anderen Ländern und in arabischen Gefilden finden die tanzende Frau im roten Kleid, Blumen und Kamele öfter Verwendung als anderswo. Die USA verschickt lieber als andere Nationen Geburtstagstorten, Fleisch, Totenköpfe und LGBT-Emojis, wie Regenbogenflaggen und gleichgeschlechtliche Paare, wohingegen in Spanien vor allem Küsse und das Party-Emoji verschickt werden.

Emojis – eine Wissenschaft

Wer denkt, für Emojis interessieren sich nur Messenger- und Social-Media-Nutzer, irrt sich. Mittlerweile gibt es eine regelrechte „Emoji-Wissenschaft“: Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit der Nutzung der bunten Symbole und es gibt sogar Ansätze, die von den zuletzt verwendeten Emojis auf den Charakter des Users schließen. Darüber hinaus werden nicht alle Emoticons überall auf der Welt auf dieselbe Art und Weise verstanden. Es gibt eine Reihe häufig missinterpretierte Bildchen, die wir in dieser Tabelle gesammelt haben:

EmojiUnicode-BezeichnungOft verstandene DeutungWahre Bedeutung
 🙏Folded HandsHigh FiveDanke (japanische Kultur), Beten
🙌Raising HandsBetenFeiern, Glück, Erfolg
🙆‍♂️ +🙆‍♀️Man /woman gesturing OKHände über dem Kopf zusammenschlagenOK
😪Sleepy FaceTraurigkeitMüdigkeit
😡Pouting FaceZorn, WutSchmollen
🤗Hugging FaceKlatschenUmarmen
😳Flushed FaceÜberraschung, VerwunderungPeinlich berührt

Die festgelegte Bedeutung aller existierender Emojis findest Du auf der Webseite von Unicode. Außerdem gibt es die sogenannte Emojipedia, eine Art Lexikon für die Bedeutung von Emojis.

Emoji-Nutzer wirken auf ihr Gegenüber übrigens deutlich sympathischer als Schreiberlinge, die bei WhatsApp und Co Nachrichten mit korrekter Grammatik und Zeichensetzung verschicken. Selbst in Büros schleicht sich langsam der Alltag mit Emoji-Nutzung ein, denn auch zwischen Kollegen und Kolleginnen werden mittlerweile häufig lächelnde Gesichter verschickt.

Dir fällt noch ein Emoji ein, das oft missverstanden wird, aber in unserer Liste fehlt? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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