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DEINHANDY History: Das wurde aus studiVZ und Co.

studiVZ
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Mit studiVZ, schülerVZ und meinVZ schloss man erste digitale Kontakte über soziale Netzwerke lange bevor Facebook nach Deutschland kam. Der deutschen Social-Media-Plattform geht es allerdings alles andere als gut.

Der helle Stern am deutschen Social-Media-Himmel

StudiVZ wurde am 11. November 2005 von studiVZ Ltd. gegründet. Aufgrund des schnellen Zuwachses – auch durch Nicht-Studenten – wurden drei Jahre später die Portale meinVZ und schülerVZ zusätzlich ins Leben gerufen. Ableger im europäischen Ausland wurden nach nur kurzer Zeit wieder eingestampft, denn das Unternehmen konzentrierte sich ausschließlich auf den deutschsprachigen Raum. Bereits 2008 nutzen insgesamt 12,7 Millionen User VZ-Netzwerke. Ganze 5,7 Millionen davon studiVZ.

Besonderheiten der VZ-Netzwerke

Das VZ nutzt die üblichen Funktionen eines sozialen Netzwerkes. Durch ein paar Eigenheiten unterscheidet es sich allerdings von anderen Plattformen:
Schon auf der Startseite erkennst Du den ersten Unterschied. Du registrierst Dich nicht bei studivz.net – Du immatrikulierst Dich.
Gruscheln kennen sicherlich noch viele ehemalige Nutzer. Andere Mitglieder, ob bestehender Kontakt oder nicht, können gegruschelt werden. Das Pendant zum Anstupsen bei Facebook – ein Kofferwort aus „grüßen“ und „kuscheln“ – wird häufig genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.
Ein weiteres Highlight sind Gruppen, in denen selbstverständlich auch kommuniziert werden kann. Die meisten Nutzer traten Gruppen allerdings nur wegen der witzigen Titel bei, anstatt sie tatsächlich aktiv zu nutzen.

Beim Studenten-VZ können neben der Hochschule auch Lehrveranstaltungen zum Profil hinzugefügt werden. Kursteilnehmer vernetzen sich so ganz einfach.
Ein anderes Tool, das auch bei Konkurrenzplattform wer-kenn-wen.de zum Einsatz kam, ist die Verbindungsanzeige bei Kontakten. So kannst Du sehen, welche Deiner Kontakte mit anderen Nutzern vernetzt ist.

Studenten Netzwerk auf einer Bank

studiVZ vs. Facebook

Profile, Pinnwand und Aufmachung erinnerten bereits zu Anfang stark an das von Mark Zuckerberg ebenfalls für Studenten entwickelte Netzwerk. Kein Wunder, dass Facebook studiVZ Ltd. 2008 beim Bezirksgericht in Kalifornien anzeigte. StudiVZ antwortete seinerseits prompt mit einer Feststellungsklage, um vom deutschen Recht feststellen zu lassen, dass die Vorwürfe haltlos sind.

Gerichtshammer

Ein Jahr später erklärte das Kölner Landgericht, dass studiVZ bereits vor Facebook in Deutschland Fuß gefasst hatte. Bei den „nicht zu übersehenden  Ähnlichkeiten“ läge keine unlautere Nachahmung vor. Die Klage in den Staaten blieb zunächst bestehen, bis sich beide Unternehmen außergerichtlich einigten.

Der Fall

Seit dem Siegeszug von Facebook in Deutschland 2008 schwinden die Nutzerzahlen kontinuierlich. Die meisten Nutzer wechselten in den vergangenen zehn Jahren zum amerikanischen Pendant mit seinen vielseitigeren Funktionen. Hinzu kam, dass die VZ-Gruppe den Wechsel vom PC zum Smartphone versäumt hat. Es gab Apps für alle gängigen Betriebssysteme, die waren jedoch oft fehlerhaft und sind heute nicht mehr verfügbar. Außerdem steht das Unternehmen in Sachen Datenschutz nicht sonderlich gut da, denn nicht nur einmal sollen große Datensätze gestohlen worden sein.

Blanke Zahlen

In einem Vergleich von 2008 und 2011 sank die Nutzerzahl bei studiVZ bereits damals um 35 Prozent, Facebook verzeichnete ein Wachstum von 41 Prozent. In einer Umfrage nach dem beliebtesten Social-Media-Plattformen 2011 nannten 61,6 Prozent Facebook, während die VZ-Netzwerke nur noch 7,7 Prozent der Stimmen bekam.

Diagramm abfallend

Der Studenten-Kanal und meinVZ sind bis heute nutzbar, schülerVZ wurde bereits 2013 vom Netz genommen.
Wer heute mit seinem Profil durch die VZ-Wüste wandert, wird schnell gelangweilt. Zumindest hat man aber die Chance, noch einmal in Nostalgie zu schwelgen.
Wer noch einmal durch das schlecht designte Network spazieren möchte, sollte sich beeilen, denn das Unternehmen meldete bereits im September 2017 Insolvenz an.

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Kommentare (2)

  1. Es wäre noch interessant ein paar Hintergründe zum Verkauf zu erfahren. Ich habe da in Erinnerung, dass das zwischenzeitlich ein Millionengrab war.

    1. Hallo Heiko,

      danke für die Anregung. Das greifen wir in den nächsten Wochen in einem Artikel auf.

      Beste Grüße
      Dein Team von DEINHANDY

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