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Schon gewusst: Ob Milka oder H&M – Trau keinem Kettenbrief

Kettenbrief
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Bei WhatsApp wird derzeit ein Schokoladenkorb von Milka versprochen, tatsächlich geht es nur um Eines: Daten abgreifen. Der Schokoladenkonzern selbst hat damit nichts zu tun. Immer wieder tauchen Kettenbriefe auf, in denen ein toller Gewinn versprochen wird, der jedoch nie eingelöst wird.

WhatsApp als Medium dubioser Kettenmails

Kettennachrichten bei WhatsApp sind keine Seltenheit. Ob Gutscheine von H&M und Lidl oder Körbe voller Gummibärchen – die versprochenen Gewinne gibt es nie. Aktuell geht es um einen Korb gefüllt mit Milka-Produkten. Den soll jeder erhalten, der auf den Link in der Nachricht klickt.

Anschließend muss der Teilnehmer einen Fragebogen mit scheinbar relevanten Fragen zum Konsum von Milka-Produkten ausfüllen und die eigene Adresse eingeben. Sonst könne der Korb natürlich nicht an den glücklichen Gewinner gesendet werden. Die Nachricht soll zudem an 20 WhatsApp-Kontakte gesendet werden.

Screenshot Whatsapp Kettenbrief Milka
So sieht der falsche Gutschein aus.

So verbreitet sich der Kettenbrief, der zwar keine Schokolade beschert, dafür aber viele persönliche Daten einheimst. Dazu zählen eingegebene Daten wie Handynummer, Anschrift und E-Mail-Adresse.

Gutschein-Kettenbriefe sind auch auf Social-Media-Plattformen wie Facebook zu finden. Bei dem Milka-Betrug muss ein Link geteilt und im Kommentarfeld „Danke für die Milka Schokolade“ eingeben werden.

Kettenbriefe – Von nervig bis gefährlich

Die ersten Kettenbriefe wurden schon vor der Zeit sozialer Medien und Messenger-Diensten per Post verschickt. Damals galt wie heute: Glückskettenbriefe, die einfach nur weitergeleitet werden, sind zwar nervig, aber nicht gefährlich. Sobald es jedoch um den Transfer von Geld und privaten Daten geht, sollten sofort die Alarmglocken läuten. Onlinewarnungen wie die von Mimikama weisen auf Falschmeldungen und Betrug hin, so auch im Schokoladen-Fall.

Wir haben die häufigsten Kettenbrief-Arten für Dich zusammengefasst:

Screenshot Kettenbrief SozialbarometerHier geht‘s um den sozialen Status: Nach Erhalt der Nachricht sollen zum Beispiel Herzen an den Absender zurückgeschickt werden. Diese Kettenbriefform ist besonders unter Jugendlichen beliebt und tendenziell ungefährlich. Dennoch sind Teenies einem hohen sozialen Druck ausgesetzt. Auch WhatsApp-Spiele sind beliebt. Bei denen muss der Mitspieler unter anderem sein Profilbild ändern oder etwas Verrücktes machen, was dann in einem Screenshot oder Videobeweis zurückgesendet wird.

Unsere Meinung: Dieser Kettenbrief zeigt Dir nicht, wie beliebt Du wirklich bist, sondern wie viele Leute bei dem Blödsinn mitmachen.

>Screenshot Kettenbrief H&MWie im Milka-Fall werden beim Klick-Köder Geschenke, Gutscheine oder Spendenaufrufe beworben. Worum es eigentlich geht: Daten sammeln. Diese Kettenbriefe sind meist mit vielen Bildern und großen Versprechungen namhafter Hersteller versehen, die nicht eingehalten werden. Die mit durch den Link eingegebenen Daten werden dann für Spam verwendet.

Das solltest Du tun: Lösche solche Nachrichten direkt und sende sie gar nicht erst weiter. So bewahrst Du Dich und auch Deine Freunde vor lästiger Werbung.

Screenshot Kettenbrief WarnungWarnungen sind der Klassiker unter den Kettenbriefen. Ob Schadsoftware im nächsten Update oder Tod bei Nichtbeachtung der Nachricht: Hier wird mit den Ängsten des Empfängers gespielt, der natürlich helfen soll andere auf die vermeintliche Gefahr hinzuweisen. Diese Art des Kettenbriefes wird auch als Hoax bezeichnet.

Das ist zu tun: Glaube nicht alles, was Du liest. Lösche die Nachricht und nerve Deine Kontakte nicht mit Falschmeldungen.

WhatsApp ist definitiv kostenlos. Dennoch tauchen immer wieder Kettenbriefe auf, in denen dubiose Gebühren fällig sein sollen. Durch Weiterleitung der Nachricht an eine bestimmte Anzahl von Personen kann diese Gebühr umgangen werden.

Hier gilt: Nachricht löschen. Der Kettenbrief ist nur ungefährlich, solange kein Link mit Zahlungsaufforderung angefügt ist, außerdem könntest Du Deinen Kontakten einen gehörigen Schrecken einjagen.

Screenshot Kettenbrief SchockvideoBei dieser Art Kettenmails werden entweder gruselige Bilder, Videos oder Sprachnachrichten versendet. In einer Sprachnachricht wurde unlängst eine Morddrohung ausgesprochen, wenn der Empfänger die Nachricht nicht an Personen der Kontaktliste schicken würde.

Achtung: Solche Kettenbriefe sollten gerade mit jüngeren WhatsApp-Nutzern diskutiert werden. Internetseiten von Vereinen oder vom Staat geförderte Projekte wie mimikama.de oder saferinternet.at bieten zahlreiche Infos im Umgang mit solchen Nachrichten.

In solchen Kettennachrichten werden mit Gerüchten zu vermeintlichen Ungerechtigkeiten – oft in sozialen Medien wie Facebook – Wut und Groll erweckt. Die unreflektierten Texte richten sich gegen eine bestimmte Gruppe oder einen Sachverhalt (Tierquäler, Flüchtlinge, …), bei denen nicht einmal klar ist, ob diese Fakten einen Wahrheitsgehalt aufweisen.

Hier besteht Redebedarf, gerade bei Schülern und Heranwachsenden. Solche Nachrichten übereilt zu teilen, bringt nichts, und auch in den Kommentaren findet sich meist kein sinnvoller Disput zum Sachverhalt. Soziale Netzwerke sind eher selten Anlaufstellen für fundiertes Faktenwissen.

Mimikama ist ein Verein zur Aufklärung von Internetbetrug, Falschmeldungen sowie Computersicherheit. Auch saferinternet.at informiert und bietet viel Aufklärungsmaterial für Jugendliche.

So erkennst Du Fake-Nachrichten

Mit einem wachsamen Auge erkennst auch Du Fake-Gewinnspiele. Zunächst gilt: Kein Unternehmen verschenkt einfach so Gutscheine von hohem Wert. Schon gar nicht in Form von Kettennachrichten. Wir zeigen Dir am aktuellen Beispiel, wie Du Fake-Kettenbriefe entlarvst:

Ein wichtiger Faktor ist der angegebene Link. Im Milka-Fall ist eine .com-Adresse angegeben. Da Milka in Deutschland sehr publik ist, sollte es auch eine deutsche Homepage mit Top-Level-Domain .de geben. Das lässt sich schnell klären, indem die Homepage des vermeintlichen Gutschein-Gebers gegoogelt wird.
Ein anderer Indikator ist die Schreibweise des Links. Im aktuellen Fall wird das „i“ in Milka durch ein Sonderzeichen ersetzt. Der Eindruck eines „i“s entsteht natürlich, wer jedoch genauer hinguckt, erkennt den Unterschied.
Auch die Rechtschreibung im Text zeigt klar, dass es sich um kein seriöses Angebot handelt. „Schokoladenkorb“ wird im Text zweimal auseinander-, das Substantiv „Korb“ zudem kleingeschrieben. Bei renommierten Herstellern wird es solche Fehler nicht geben.

Gebe niemals Daten bei Absendern unbekannter Herkunft ein. Das gleiche gilt für Nachrichten und E-Mails mit Anhängen. Auch wenn der Schreck einer scheinbar unbezahlten Rechnung tief sitzt, gilt: Öffne keine angehangenen Dokumente, wenn Du den Absender nicht kennst.

Was passiert mit geklauten Daten?

Deine Daten sind wertvolle Ware. Im Darknet finden sich zuhauf erbeutete Datensätze, die über umstrittene Maschen und Phishing zum Verkauf angeboten werden. An diese Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen wird Werbung versendet, die Du überhaupt nicht erhalten willst. Auch dubiose Verkaufsanrufe kommen vor. Wenn sogar Bankdaten im Spiel sind, wird es gefährlich. Fehlende Geldbeträge oder seltsame Einkäufe sind dann die Folge. Sperre in dem Fall sofort alle Karten.

Das Hasso-Plattner-Institut hat diesbezüglich den HPI Identity Leak Checker programmiert. Hier kannst Du mit Deiner E-Mail-Adresse prüfen, ob private Daten von Dir in Internet-Datenbanken veröffentlicht wurden.

Quellen: Saferinternet, Mimikama, Hasso-Plattner-Institut

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Kommentare (1)

  1. Man muss sich gut schützen vor diesen Tricks, denn ich wurde auch schon mal da drauf reingefallen, darum habe ich mir das Buch: „Datensicherheit: Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen gegen Datenverlust und Computerkriminalität“ gekauft, weil ich sofort wusste wie diesem Problem endlich ein Ende gesetzt habe.

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