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5G: Huawei unter Beschuss, Telekom ringt um Lösungen

5G: Huawei unter Beschuss
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Der Netzausrüster Huawei steht derzeit unter Dauerbeschuss. Kürzlich forderten Sicherheitsbehörden, den chinesischen Handyhersteller vom 5G Ausbau in Deutschland auszuschließen. Nun wehrt sich der Handyriese, während die Telekom um Kompromisse ringt.

Der chinesische Konzern Huawei hat harte Monate hinter sich und es ist keine Besserung in Sicht. Zuerst haben die USA die Netzwerktechnik des Handyherstellers als Sicherheitsrisiko eingestuft und des Landes verwiesen. Dann folgten Australien, Neuseeland, Japan und Großbritannien dem US-Beispiel und gaben bekannt, auf Huawei beim Netzausbau zu verzichten. Und nun kracht es auch in Deutschland.

Vor zwei Tagen berichtete das ARD-Hauptstadtstudio mit Berufung auf Sicherheitskreise, dass sich die höchsten Behörden gegen eine Beteiligung des chinesischen Netzausrüsters an der 5G Auktion aussprechen. Laut ARD-Bericht befürchten Sicherheitsexperten, Huawei könnte im Krisenfall die Bundesrepublik vom Netz nehmen, sollte der Netzausrüster seine Technik zum 5G-Ausbau beisteuern. Dabei beruft sich die ARD auf den ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) Gerhard Schindler.

5G: Huawei wehrt sich

Huawei bestreitet die Vorwürfe vehement. Der chinesische Netzausrüster verweist auf die dünne Beweislage und auf die kürzlich gestartete Transparent-Initiative. Im November 2018 öffneten die Chinesen nämlich zuständigen Bundesbehörden die Tür zu ihren Sicherheitslabor in Bonn. Das Unternehmen kritisiert aber auch den ARD-Bericht. Denn der im Beitrag prominent zitierte Ex-BND-Mann Schindler ist seit zwei Jahren Lobbyist einer Sicherheitsfirma. Daher ließe sich seine Objektivität hinterfragen, glaubt Huawei:

5G: Huawei als Technologieprimus

Große Mobilfunkbetreiber in Deutschland warnen vor überhasteten politischen Reaktionen, halten sich aber ansonsten öffentlich eher bedeckt. Denn alle Provider bauen beim Ausbau des 5G Netzes auf die Technologie von Huawei. Schließlich gelten die Chinesen unter technischen Gesichtspunkten als Branchenführer im 5G Bereich. So stellte der Handygigant kürzlich ein vielversprechendes 5G Modem für das Smartphone vor.

Deshalb sprechen sich Netzbetreiber einstimmig dagegen aus, Huawei leichtfertig aus dem 5G-Ausbau auszuschließen. Dadurch würde sich die Einführung des neuen Mobilfunkstandards um mindestens drei Jahre verzögern, heißt es aus Telekom-Kreisen. Jetzt meldet sich der deutsche Konzern mit eigenen Vorschlägen, um die Sicherheitsbedenken einzuhegen. Reuters berichtet, dass Telekom kritische Infrastrukturen zertifizieren lassen will – auf Basis von Tests durch unabhängige Prüflabore und unter staatlicher Aufsicht. Trotz dieses Vorstoßes berichten Branchenkenner, dass der Konzern hinter verschlossenen Türen bereits einen Plan B durchrechnen lässt. Die Lage bleibt also weiter undurchsichtig.

Quelle: Reuters, Handelsblatt.com.

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