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Vorsicht: App hört mit!

Vorsicht: App hört mit!
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Smartphones sammeln an allen Ecken und Enden Daten. Das ist kein Geheimnis. Doch Dein Handy weiß mehr über Dich als Du denkst – zum Beispiel welche Werbung Du im Fernsehen oder Kino siehst. Dafür sorgt ein Programm, das vor allem in Android-Games zum Einsatz kommt.

Wer gerne Spiele auf seinem Smartphone spielt, der sollte sich seine liebsten Games einmal ganz genau anschauen. Denn viele Android-Games, die im Google Play Store erhältlich sind, hören Dich ab. Wie die New York Times berichtet, bestücken viele Entwickler ihre Apps mit einer Software, die auf das Mikrophon des Geräts zugreift und Umgebungsgeräusche aufnimmt. Die Programmierung von der Firma Alphonso zielt darauf ab, Werbung aus dem Radio, dem Fernsehen oder auch im Kino zu erkennen. Die Daten dazu verkauft das Startup an Werbetreibende, die ihre Anzeigen dann zugeschnitten auf verschiedene Zielgruppen App-Entwicklern anbieten. Neben den Umgebungsgeräuschen werden auch der Standort des Nutzers und die Zeit aufgezeichnet. So können Unternehmen genau auswerten, welche Filme und Programme die Nutzer angesehen oder angehört haben. Dabei hören die Apps rund um die Uhr alle Umgebungsgeräusche, auch, wenn die App oder das Smartphone gerade nicht genutzt wird.

Mann im Kino Android-Games auf dem Smartphone
Auch im Kino hören die Android-Games mit.

Ausspähende Android-Games: Ein offenes Geheimnis

Was nach einem riesigen Skandal klingt, ist kein Geheimnis. Das zumindest behauptet das Startup hinter der Abhörsoftware, Alphonso. Die Nutzer könnten in den App-Beschreibungen nachlesen, dass und welche Daten erhoben würden. Zudem hätten sie auch die Möglichkeit, die Aktivitäten der Programmierung abzustellen. Das trifft allerdings nicht auf alle Nutzer zu. Android-Nutzer müssen zumindest Android 6 auf ihrem Gerät installiert haben, um die entsprechenden Berechtigungen zu entziehen. Wer eine ältere Version nutzt, muss mit dem Abhören leben oder die Android-Games deinstallieren. Insgesamt sollen laut Alphonso bereits 1000 Games mit dem Programm bestückt sein. Die New York Times fand auf Anhieb 250 Applikationen im Play Store. Auch für iOS soll es vereinzelt Spiele mit der Software geben.

Mit dem Code ausgestattet sind beispielsweise Android Games wie „Beer Pong: Trickshot“, „Darts Ultimate“ oder „Beat The Traffic“. Apps, in die der Alphonso Automated Content Recognition (ACR), integriert wurde, enthalten in der Beschreibung im Play Store tatsächlich eine Information zum Programm. Dort wird genau geschildert, welche Daten gesammelt und für welche Zwecke sie verwendet werden. Alphonso-Gründer Ashish Chordia sieht daher in dem Abhören der Handys kein rechtliches Problem. Ihm zufolge stimme jeder Nutzer mit der Installation wissentlich zu. Zudem würden keine Gespräche aufgezeichnet.

Mehr oder weniger freiwillig abgehört

Dass das wohl kaum der Wahrheit entspricht, kann sich jeder vorstellen, der schon einmal selbst eine App oder ein Programm aus dem Netz installiert hat. Genau wie die AGBs, die laut Klischee niemand liest, sind auch Spiel-Beschreibungen eher Schall und Rauch. Sie werden nur von den wenigsten Nutzern gelesen – ein Grund dafür, dass auch unseriöse Apps und Abhörprogramme, wie Alphonsos ACR, auf viele Handys gelangen. Wer sich wirklich vor Software wie dieser schützen möchte, wird wohl kaum drum herum kommen, App-Beschreibungen und AGBs ausführlich zu lesen. Und selbst dann sind Verbraucher noch immer nicht davor gefeit ausspioniert zu werden.

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